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Altes Hauptkrankenhaus
Ein Gebäude der Augsburger Medizingeschichte. Im so genannten "Maximiliansstil" errichtet.
Allgemeines
Das Alte Hauptkrankenhaus liegt in der Jakobervorstadt.
Im Süden des Alten Hauptkrankenhauses gibt es einen Park mit großen Bäumen und einer alten Mauer. Der U-förmige Neubau des Medizinzentrums des Vincentinums hat vier Geschosse und steht symetrisch zum Alten Hauptkrankenhaus, das er in seinen Proportionen spiegelt. Mit der U-Form des Medizinzentrums ergibt sich ein Innenhof.
Dass sich gleich in der Nähe das Vinzentinum? befindet, war wohl der Grund, warum 2008 das Gebäude von den Vinzentinerinnen? gekauft wurde. Bevor das Hauptkrankenhaus gebaut wurde, hatte man ein ehemaliges Arbeitshaus 1811 umgebaut und mit 200 Krankenbetten ausgestattet, was als „Allgemeines Krankenhaus“ in die Augsburger Stadtgeschichte einging. Die immer stärker werdende Industrialisierung mit ihren neuartigen Krankheiten und Unfällen machte den Krankenhaus-Neubau des Alten Hauptkrankenhauses im 19. Jahrhundert von Jahrzehnt zu Jahrzehnt notwendiger.
Geschichte
Das Haus hat eine lange Geschichte und in seiner Geschichte verschiedene Nutzer. Der Standort des Alten Hauptkrankenhauses war auch Standort des ersten Mutterhauses der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul?. Schon seit 1811 war hier ein Krankenhaus. Es war in einem früher hier stehenden Zucht- und Arbeitshaus eingerichtet worden.
1852 stiftete der Rotgerber Georg Henle? 100.000 Gulden – mit der Auflage, dass katholische Patienten durch katholische Schwestern gepflegt werden sollten. Obwohl die Stadt froh war, die Zeiten der Parität? überwunden zu haben, stimmte man der Bedingung zu und sicherte sich die Stiftung, denn so viel Geld war für die Stadt, die damals etwas um die 35.000 Einwohner hatte, herzlich willkommen. Später stiftete die Familie Schaezler? noch 10.000 Gulden, damit die evangelischen Patienten von Diakonissen betreut werden konnten.
Im April 1854 legte ein 11-Punkte-Plan Eckdaten des Krankenhauses fest, die man als Planungsgrundlage verwendete. Ausgelegt war das damals moderne Krankenhaus auf 300 Patienten. Jeder Raum sollte höchstens 12 Betten haben
Der Grundstein zum Hauptkrankenhaus wurde am 16. Mai 1856 gelegt. Im Jahr 1859 eröffnete man das Krankenhaus für Patienten. Damals wwar das "Haupthaus" nach geltenden Maßstäben großzügig eingerichtet.
Aber um 1900 erhoben sich Stimmen, die eine Anpassung an die veränderten Bedingungen forderten, doch erst 1910 bis 1914 kam es zu einem großen Umbau und einer Modernisierung.
1936 und 1937 baute man an.
1938 hob man die konfessionelle Küchentrennung auf, 1946 die Trennung der Stationen in katholisch und evangelisch.
1944 wurden der Süd- und der Ostflügel durch Bomben schwer beschädigt.
Ab 1945 folgten Wiederaufbau und regelmäßige Umbauten und Modernisierungen. Erst im Jahr 1958 wurde die auf Georg Henle? zurückgehende konfessionelle Bindung des Krankenhauses generell aufgehoben. 1960 wurde ein evangelisches Waisenhaus, das gegenüber dem Alten Hauptkrankenhaus stand, abgerissen.
In den 1970er Jahren konnte ein Krankenhaus-Neubau nicht mehr vermieden werden.
1982 wurde das Krankenhaus nach 123 Jahren Betrieb geschlossen, weil es nicht mehr den Erfordernissen der Zeit entsprach und die Stadt das Klinikum Augsburg gebaut hatte. Anschließend zogen verschiedene soziale Projekte, städtische Behörden, Theatergruppen und Teile der Hochschule Augsburg in die denkmalgeschützten Räumlichkeiten des Hauses ein. Eine zeitlang hatten die Augsburger GRUENEN im ehemaligen Blumenladen des Krankenhauses an der Ecke Henisiusstraße? / Unterer Graben ihr Parteibüro untergebracht.
2008 Verkauf durch die Stadt Augsburg an die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul?.
Am 19. Mai 2009 wurde der Ideen- und Realisierungswettbewerb mit dem 1. Preis an das Stuttgarter Architektenbüro wulf & peter entschieden.
Details
In einem Stadtplan aus dem Jahr 1881 ist das Hauptkrankenhaus als eines der wichtigsten Augsburger Gebäude miniaturisiert abgebildet.
Am Eingang des Hauptkrankenhauses ist die Zirbelnuss an den Säulen abgebildet.
Über dem Hauptbau thront ein Türmchen mit einem Blitzableiter. Es diente früher als Entlüftungsschacht.
In Zeiten der konfessionell getrennten Betreuung mussten 70 Prozent der Betten katholisch und 30 Prozent evangelisch belegt werden. Aber sowohl Katholiken wie Protestanten wanderten in das gleiche Leichenhaus.
In Notfällen konnte das Krankenhaus zu Beginn bis zu 400 Patienten aufnehmen.
Der Hauptbau ist 132 Meter lang und nach Süden gerichtet, drei Flügel sind nach Norden gelegt. 320 Zimmer, 270 Gaslichter, 450 Fenster und mehr als 42.000 Kubikmeter Raum sind weitere Details des Baus.
Das neue Medizinzentrum des Vincentinums vereint den denkmalgeschützten Altbau an der Henisiusstraße? mit einem östlichen modernen Anbau. In ihm ist eine physiotherapeutische Praxis, eine Tagesklinik mit ambulantem OP-Bereich, eine Apotheke, ein Sanitätshaus, Arztpraxen und eine radiologische Praxis untergebracht.
Das neue Medizinzentrum ist mit dem Vincentinum verbunden.
Die Fertigstellung des Medizinzentrums 2011/2012 führt zur Verkehrsberuhigung der Franziskanergasse zwischen Sankt Max? und dem Vincentinum.
Das Medizinzentrum weist 250 Parkplätze auf, davon 200 in einer Tiefgarage.
Adresse
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