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Allgemeines zur Fuggerei in Augsburg

Eine Wohnsiedlung für verarmte Augsburger Katholiken

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Gleich nach der Augsburger Puppenkiste ist die Fuggerei jener Begriff, den Fremde mit der Stadt Augsburg verbinden. Superlative wie "älteste Sozialsiedlung der Welt", "soziale Großtat", "erste Reihenhaussiedlung Deutschlands" verbinden sich mit der Anlage. Viele Menschen meinen, die Fuggerei sei heute ein Museum. Zwar besitzt die Fuggerei auf ihrem Gelände ein Museum, aber noch immer wohnen hier Menschen, ist die Fuggerei eine Siedlung, deren Häuser bewohnt und regelmäßig renoviert werden.

Jakob Fugger war es, der sie - auch im Namen seiner schon verstorbenen Brüder Ulrich und Georg - für schuldlos verarmte Menschen gründete. Sie bietet heute etwa 140 bis 150 in Not geratenen Augsburgern Wohnraum in insgesamt etwa 140 Wohnungen in 67 Häusern. Gekostet hat die Fuggerei etwa 20.000 Gulden. Das war minimal, wenn man bedenkt, dass Jakob Fugger seiner Frau schon mal einen orientalischen Stirndiamanten für etwa die gleiche Summe kaufte oder sich mit 250.000 Gulden an der Bekämpfung der Bauernaufstände in den Jahren 1524 und 1525 beteiligte, in denen etwa 130.000 Bauern ihr Leben verloren.

Wer in die Fuggerei aufgenommen werden wollte, musste katholisch und unbescholten sein und sich verpflichten, dreimal täglich für die Stifter und ihre Familien zu beten (ein "Ave Maria", ein Glaubensbekenntnis und ein "Vaterunser". Der Mietzins beträgt einen Rheinischen Gulden, was heute einer Jahres(kalt)miete von etwa einem Euro entspricht. Damals waren vergleichbare Wohnungen dreimal so teuer. Neben den Kosten für die Miete mussten die Bewohner noch eine kleine Abgabe für den Fuggereipfarrer leisten, jedenfalls seit der Reformation?, denn in der Reformation war die vor der Fuggerei gelegene Kirche Sankt Jakob evangelisch geworden.

Heute wird die Bedürftigkeit von Antragstellern durch das Augsburger Sozialamt geprüft, die Entscheidung über die Aufnahme in die Siedlung obliegt aber dem Fuggerschen Familienseniorat. Die Vergabe einer solchen "Gnadenwohnung" erfolgt auf unbestimmte Zeit. Die Dreizimmer-Wohnungen, die vergeben werden, sind etwa 60 Quadratmeter groß und haben auch ein Bad oder eine Dusche.

Die gesamte Wohnanlage erinnert an niederländische Beginenhöfe. Die große Beginage von Brügge könnte durchaus Modell für die Fuggerei gestanden haben.

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Eine Stadt in der Stadt

Die Fuggerei ist eine abgeschlossene Wohnsiedlung, sozusagen eine Stadt in der Stadt. Jeder Bewohner besaß und besitzt einen eigenen Eingang in sein Reihenhaus. Optisch ist die Fuggerei heute vom Biedermaier geprägt. Zur Entstehungszeit boten die Wohnungen eine äußerst komfortable Bleibe. Viele Tafeln an verschiedenen Häusern weisen auf bauliche oder historische Details hin. Schon der Urgroßvater Wolfgang Amadeus Mozarts, der Maurermeister Franz Mozart, wohnte in der Fuggerei. Noch heute wird sie hauptsächlich aus dem Stiftungsvermögen (Immobilien und Forstwirtschaft) finanziert und von der Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration verwaltet. Erst seit 2006 wird ein geringer Eintrittspreis erhoben, wenn man die die Fuggerei als Tourist besichtigen will.

Das Fuggereimuseum liegt in der Mittleren Gasse (Haus Nummer 13) und dokumentiert die Geschichte der weltberühmten Sehenswürdigkeit und der Familie Fugger. Hier kann sich der Besucher einen lebensechten Begriff davon machen, wie die Bewohner im 17. und 18. Jahrhundert in der Fuggerei gewohnt haben. Und das in den Räumen der Fuggerei.


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