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Albrecht III.

Auch Albrecht III. der Fromme. Aus dem Haus Wittelsbach, Herzog von Bayern in München. Verbunden mit der Augsburgerin Agnes Bernauer. Die ältere bayerische Geschichtsschreibung nennt ihn auch Albrecht III. Probus nach dem lateinischen Wort "probus", das tüchtig, rechtschaffen, bescheiden und gut bedeutet.

Leben und Wirken

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Geboren wurde Albrecht III. am 27. März 1401 in München

Seine Jugend verbrachte der spätere Bayernherzog bei seiner Tante Sophie am königlichen Hof von Böhmen. Sie hatte den unfähigen Wenzel IV. geheiratet, der als "Wenzel der Faule" auch Deutscher König war und als einziger Herrscher des Heiligen Römischen Reiches von den Kurfürsten abgesetzt wurde. Nach der Absetzung regierte er jedoch noch bis 1419 sein Heimatland Böhmen weiter.

1422 rettete ihm sein Vater, Herzog Ernst, in der Schlacht bei Alling? das Leben.

Als im Jahr 1425 das vierte Teilherzogtum Bayerns, nämlich das von Straubing?, ausstarb, teilte man das Land unter den Ingolstädter, Landshuter und Münchener Herzöge auf und Albrecht III. erhielt einen Teil des Landes. Außerdem erhielt er von seiner Mutter, die eine Visconti aus Mailand war, einige mittelbare Herrschaften, darunter auch Pfaffenhofen? und Vohburg?, weshalb sein Siegel auf "Herzog von Bayern und Graf von Vohburg" lautete.

Im Jahr 1429 (oder 1428), Albrecht III. war gerade 28 (oder 27) Jahre alt, hielt er sich anlässlich eines Turniers in Augsburg auf und soll hier Agnes Bernauer kennen und lieben gelernt haben.

Zuvor hatte ihn sein Vater, Herzog Ernst, mit der Tochter des Grafen Eberhard des Milden von Württemberg verheiraten wollen. Sie hieß Elisabeth und wäre eine gute Partie gewesen. Zum einen brachte sie 30.000 Gulden Heiratsgut mit, und zum anderen, noch wichtiger, hätte das Land der Wittelsbacher und das der Württemberger zusammen einen ansehnlichen Territorialstaat ergeben. Aber Albrecht III. war immer noch unverheiratet, als er Agnes Bernauer in Augsburg kennenlernte. Wäre es zur Verbindung mit Württemberg gekommen, hätte das Teilherzogtum Bayern-München stark an politischem Gewicht gewonnen. Doch Elisabeth machte den Münchnern einen Strich durch die Rechnung, denn sie floh ins obere Rheintal zum Grafen Johann von Werdenberg-Sargans, den sie liebte und mit dem sie sich heimlich vermählte.

Mit Agnes Bernauer war Albrecht III. etwa sechs Jahre lang verbunden. Es spricht einiges dafür, dass sich beiden heimlich vermählt haben. Im 16. Jahrhundert verfasste der Benediktinermönch Clemens Sender eine Städtechronik, in der steht: "Hertzog Albrecht von Bayern zu München hat aines Baders tochter mit namen Agnes, ain fast schönes mensch, aufs höchste lieb gehabt, also dass man sagt, der Hertzog hatte sie zu der ee genommen und die ee versprochen, aber doch nit zur Kirche gefiert."

Nachdem sein Vater Herzog Ernst Agnes Bernauer im Oktober 1435 in der Donau ertränken ließ, heiratete Albrecht III. am 6. November 1436 die standesgemäße Herzogin Anna von Braunschweig und regierte bis zum Tod seines Vaters 1438 mit diesem gemeinsam. Mit Anna von Braunschweig hatte Albrecht sieben Söhne und drei Töchter: Johann IV. (1437–1463), Ernst (1438–1460), Siegmund (1439–1501), Albrecht (1440–1445), Margarete (1442–1479) verheiratet 1463 mit Markgraf Friedrich I. von Mantua aus dem Haus Gonzaga (1441–1484), Elisabeth (1443–1484) verheiratet 1460 mit Kurfürst Ernst I. von Sachsen (1441–1486), Albrecht IV. (1447–1508) verheiratet mit Erzherzogin Kunigunde von Österreich (1465–1520), Christoph (1449–1493), Wolfgang (1451–1514) und Barbara (1454–1472), die Nonne in München wurde.

Bevor sich Albrecht mit Agnes Bernauer verband und auch nach ihr hatte er Maitressen. Vor der Verbindung mit Agnes Bernauer wurde er eine Maitresse los, indem er sich durch eine Heirat mit seinem Hofmeister Jan von Sedlitz und eine Mitgift von 600 Gulden versorgte. Gesichert ist auch, dass Albrecht bis zu seinem Tod ein Verhältnis mit einer Münchener Kürschnermeistersgattin hatte.

Albrecht soll sich in der Auseinandersetzung zwischen ihm und seinem Vater um Agnes Bernauer immer aufsässiger verhalten haben, seinem Vater mehrmals den schuldigen Gehorsam verweigert und mit der Bernauerin ins Schloss nach Straubing? gezogen sein. Auch die Vohburg? wurde von dem Paar als Residenz bewohnt, weil er die Grafschaft Vohburg? (und Pfaffenhofen?, Geisenfeld? und Hohenwart?, alle im Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm?) schon seit 1424 von seiner Mutter Herzogin Elisabeth (gest. 1432) geerbt hatte. Der Biograf Mittermüller soll nachgewiesen haben, dass sich Albrecht in den Jahren 1433/34 sowie in der ersten Hälfte des Jahres 1435 fast gänzlich in Straubing? und nur selten in München oder Umgebung (Schloss Blutenburg) aufgehalten hat und sich so dem väterlichen Einfluss entzog.

Das Straubinger Land beherrschte er zum Missfallen seines Vaters immer unabhängiger, obwohl er sich verpflichtet hatte, seine Regierung nach bestem Wissen zu führen, ohne Einverständnis seines Vaters keinen Krieg zu beginnen, kein Bündnis zu schließen, kein Schloss zu verkaufen, zu versetzen oder zu verleihen und keinen Diener oder Beamten ein- oder abzusetzen. Dass Albrecht immer unabhängiger von seinem Vater werden wollte, ist bei der Straubinger Landschaft (Ständevertretung) gern gesehen worden, denn so konnte sie sich auch dem Einfluss und der Macht des Münchner Herzogs entziehen.

Im Jahr 1438 starb sein Vater Ernst und Albrecht selbst wurde nun Herzog von Bayern-München. In den bayerischen Bürgerkriegen schlug er sich zuerst auf die Seite Landshuts, schloß aber 1439 mit dem Ingolstädter Herzog Ludwig VIII. eine Erbeinigung.

1440 bekam er die Königskrone von Böhmen angetragen, lehnte sie aber ab. Stattdessen kämpfte er in seinem Land gegen Raubritter, was aber in den 1440er Jahren praktisch seine einzigen politischen Aktivitäten waren, sieht man davon ab, dass er sich 1444 mit Kurpfalz, Pfalz-Neumarkt und dem Bischof von Regensburg, 1445 erneut mit Kurpfalz und Württemberg zu einem Landfrieden verband.

Als 1447 Heinrich der Reiche Albrecht als Miterben überging und das heimgefallene Herzogtum Bayern-Ingolstadt ganz an sich nahm, akzeptierte Albrecht dies und lehnte es ab, deswegen einen Krieg zu führen. 1450 verzichtete Albrecht III. im Erdinger Frieden auf Landshut.

Angeblich erlebte es Albrecht noch mit, wie Sibylla, die Tochter, die er mit Agnes Bernauer gehabt haben soll, ihren ersten Mann, den Münchner Martin Neufahrer, heiratete und dann nach dessen frühem Tod im Jahre 1451 seinen von ihm hochgeschätzten Leibarzt, Dr. Johannes Hartlieb, zum Mann nahm, dem sie drei Kinder geschenkt haben soll: den späteren Abt Eucharius von Rufach († 1521), Gottlieb und Dorothea. Angeblich wurde Agnes von Albrecht nie vergessen.

1455 gründete Herzog Albrecht auf dem Heiligen Berg zu Andechs ein Benediktinerkloster. Weil er auch sonst sehr fromm war, gaben ihm seine Zeitgenossen den Beinamen "Der Fromme". Daneben ließ er sich von Nikolaus von Kues beraten und reformierte viele bayerische Klöster. Auch versammelte er zahlreiche Künstler an seinem Hof. Als frommer Katholik verjagte er die Juden aus seinem Herrschaftsgebiet. Er wandte sich politisch gegen die Städte und die Landstände, besonders im Straubinger Land, wo zuvor durch die ständige Abwesenheit der früheren Herzöge in Holland und durch die "Ottonische Handfeste" von 1311 größere Freiheit geherrscht hatte.

Der Herzog starb am 29. Februar 1460 in München an der Gicht, die ihn lange geplagt hatte, und wurde in der Klosterkirche zu Andechs begraben. Nach seinem Tod vermählte sich Anna von Braunschweig 1463 mit Herzog Friedrich dem Unruhigen oder Stürmischen von Braunschweig-Kalenberg, kehrte 1467 aber nach Bayern zurück, wo sie 1474 starb und in zunächst in Nannhofen? begraben, aber später nach Andechs transferiert wurde. Dort ruht sie bis heute neben Albrecht III., ihrem ersten Gatten.

Er wird als mittelmäßiger Regent eingeschätzt. Manchmal soll er aufbrausend gewesen sein, während er normalerweise ein leidenschaftsloser Mensch, aber doch ein großer Frauenheld war. Interessant ist, dass er gegen die körperliche Bestrafung gewesen sein soll, Dichter gefördert hat, selbst sehr musikalisch war und als weich und sehr fromm galt. Papst Nikolaus V. zeichnete ihn um 1453 sogar mit der begehrten, vom Vatikan gestifteten Goldenen Rose aus.

Quellen

Artikel Albrecht III. in der Allgemeinen Deutschen Biographie

Artikel „Albrecht III. (Herzog von Bayern-München)“ von Karl Theodor von Heigel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 231–233, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource:

Albrecht III., Herzog von Baiern-München, der einzige Sohn des Herzogs Ernst und seiner Gemahlin Elisabeth, Tochter des Vicecomes Barnabas Visconti von Mailand, ist geb. 27. März 1401, † 1460. Seine Erziehung erhielt er am Hofe seiner Tante, Königin Sophie, zu Prag. Es wird berichtet, er habe damals namentlich für Musik Neigung gefaßt und in dieser Kunst hervorragende Fortschritte gemacht. Um das J. 1417 kehrte er nach München zurück, zog aber bald, im Frühjahr 1420, wieder nach Böhmen, diesmal mit den Waffen in der Hand, im Gefolge der bairischen Herzoge Wilhelm und Heinrich, die sich am Feldzug gegen die Hussiten betheiligten, der mit dem Siege der Rebellen endete. Glücklicher waren A. und sein Vater im Kampfe gegen den Vetter Ludwig, Herzog von Baiern-Ingolstadt, der im Treffen bei Alling (21. Sept. 1422) geschlagen wurde. A. wagte sich im Handgemenge zu kühn unter die feindlichen Haufen und stand in Gefahr in Gefangenschaft zu gerathen, wurde aber durch das energische Vordringen des Vaters befreit. Auch in den nächsten Jahren nahm A. Theil an verschiedenen Fehden gegen widerspenstige Große des Landes und neuen Kämpfen gegen die Hussiten. Dem ritterlichen Fürsten zu Ehren wurde in den Faschingstagen 1428 vom Rath der Stadt Augsburg ein Festturnier veranstaltet, doch läßt sich nicht erweisen, daß der Fürstensohn schon damals mit der vielgenannten Agnes Bernauerin bekannt wurde. Erst seit dem J. 1432 scheint er sich ihr genähert zu haben und nahm endlich die schöne Augsburgerin zu sich auf seine Burg in Straubing.

Die ganze Erzählung Lipowsky’s von dem Liebesleben des Paares in der Veste Vohburg ist in das Reich des Romans zu verweisen. Ueber die Art des Verhältnisses, in welchem die Liebenden zu einander standen, weichen die Mittheilungen der Quellen von einander ab. Während Füterer und andere Chronisten von einem heimlichen Ehebund sprechen, will Arnpeck nur von einem Eheversprechen wissen; feststellen läßt sich weder die eine, noch die andere Angabe. Aus dem Umstande, daß Agnes nach ihrem Tode in einer von Herzog Ernst ausgestellten Urkunde als „ehrbare Frau“ bezeichnet wird, könnte vielleicht auf einen wirklichen Ehebund geschlossen werden; die Thatsache, daß Herzog A. 1434 wegen seines Verhältnisses zur Bernauerin vom Turniergericht zu Regensburg zurückgewiesen wurde – „ob amasiam Agnetem“, schreibt der Chronist Andreas von Regensburg – spricht aber gegen die Legitimität der Ehe. Erst im folgenden Jahre unternahm der Vater, Herzog Ernst, feindselige Schritte.

Während A. eben aus unbekannten Gründen abwesend war, leitete Johann von Degenberg im Auftrag des regierenden Herzogs das Gerichtsverfahren gegen Agnes ein, das mit einem Todesurtheil endete. Die Unglückliche wurde am 12. Oct. 1435 in der Donau ertränkt. Wie Aventin angibt, wäre das harte Urtheil durch das trotzige Benehmen der Angeklagten hervorgerufen worden. „Das Weyb wardt so in Posheit verhartet“, heißt es in einer handschriftlichen Genealogie der bairischen Herzoge, „daz sy den Herzog Ernst nit als ihren Richter vndt Herren halten wolt, da sy selbst Herzogin zu seyn angab, vnd daz erposte Herzog Ernst wider sy, daz er das Weyb nemen last vndt ersaufen“. Sage und Dichtung umspannen bald die düstere Episode, doch nur unsere Angaben, auf den neuesten Forschungen beruhend, sind historisch begründet. Nur die Tradition weiß von einem Rachekrieg des erbitterten A. gegen seinen Vater; festzustellen ist blos, daß sich A. zu seinem Vetter Ludwig nach Ingolstadt begab und Ernst, den schlimmen Rath seines alten Gegners fürchtend, den Kaiser Sigmund um Vermittlung anging. Er gibt dabei an, Agnes habe die größte Härte gegen A. selbst verübt und sei sogar damit umgegangen, den jungen Herzog Adolf zu vergiften. Dem Kaiser scheint die Vermittlung rasch gelungen zu sein, da A. schon wieder im November 1435 in Vohburg Regierungsgeschäften obliegt und 1. Dec. einen Geleitsbrief nach München erhielt, worin ihn Ernst seinen lieben Sohn nennt. A. begab sich wirklich nach München und ließ dort „mit Gunst und Willen des Vaters“ 12. Dec. eine Urkunde über eine der verstorbenen Agnes gewidmete Meßstiftung ausstellen. Auch Herzog Ernst stiftete zu ihrem Andenken einen Jahrtag und ließ über ihrem Grabe eine Kapelle bauen.

Das gute Einvernehmen zwischen Vater und Sohn wurde erst wieder gestört, als A. bei Ausbruch der Fehde zwischen den Herzogen von Ingolstadt und Landshut für den ersteren Partei ergriff und die Veste Neustadt mit Sturm einnahm. Als durch die Bemühungen des Kurfürsten Friedrich von Brandenburg ein friedlicher Vergleich zu Stande gekommen war, ernannte Ernst seinen Sohn zum Mitregenten. A. vermählte sich 6. Nov. 1436 mit Anna, der Tochter des Herzogs Erich von Braunschweig. Nach dem Tode des Vaters 1438 übernahm er die Regierung des ganzen Landes. Er ließ sich namentlich die Reform der bairischen Klöster angelegen sein, weshalb ihm die Nachwelt den Beinamen des Frommen gab. In der Fehde des jüngeren Ludwig von Ingolstadt gegen seinen Vater stand der Münchner Herzog auf Seite des Sohnes, der ihm dafür wichtige Theile seines Erbes verpfändete. Um diese Zeit eröffnete sich für den Herzog auch die Aussicht, auf den böhmischen Königsthron zu gelangen. Die böhmischen Stände waren schon mit der Uebertragung der Krone ihres Landes durch Kaiser Sigmund an den österreichischen Herzog Albrecht IV. unzufrieden gewesen und nach dem Tode des letztgenannten zeigten sich mehrere Häupter des Adels geneigt, ihr freies Wahlrecht durch Einsetzung Albrechts von Baiern zu bethätigen und den nachgeborenen Sohn ihres verstorbenen Königs zu übergehen. Es wurden darüber längere Zeit schriftliche Unterhandlungen zwischen Zdenko von Ramsperk und Albrechts Hofmeister, dem Böhmen Jan von Sedlitz, gepflogen. Der Herzog selbst erlaubte sich nur die Bemerkung, er erinnere sich stets mit Freude an seinen Aufenthalt in Böhmen. Der böhmische Landtag ging wirklich auf den Plan ein. Am 23. Juni 1440 vereinigten sich fast alle Wahlstimmen auf A. von Baiern und eine Gesandtschaft wurde nach München abgeordnet, um das Wahlergebniß kundzumachen. A. erklärte aber, definitive Entscheidung erst treffen zu können, wenn von sämmtlichen gesetzlichen Vertretern der böhmischen Landschaft streng untersucht sei, ob er rechtlich und nützlich ihr König werden könne. Doch schon in Bezug auf die von beiden Seiten gestellten Bedingungen zeigten sich Differenzen. Auch erhob Königin Elisabeth, Wittwe Albrechts IV., Einsprache gegen das Vorgehen der böhmischen Stände und Albrechts Wahl. Bei einer Zusammenkunft mit böhmischen Gesandten in Cham gab deshalb A. die Erklärung ab, er müsse als Lehenträger des römischen Reichs die Sache vor den Richterstuhl des deutschen Königs bringen und dessen Entscheidung sich fügen. Die Erzählung Arnpeck’s, A. habe großmüthig auf die Rechte des verwaisten Ladislaus aufmerksam gemacht, ist mit der Aeußerung des Herzogs unvereinbar, er erkenne das freie Wahlrecht der böhmischen Herren an und glaube, daß sie ihre Wahl vor der ganzen Christenheit als rechtlich und ehrlich verantworten könnten. Dagegen stellte König Friedrich die Wahlberechtigung der böhmischen Stände in Abrede und A. beeilte sich, ihn in Kenntniß zu setzen, er werde sich in allem dem königlichen Willen fügen. Damit beruhte die Angelegenheit.

1447 kam es nach dem Tode des Ingolstädter Herzogs Ludwig im Bart über dessen Verlassenschaft zwischen den nächsten Erben, A. von München und Heinrich von Landshut, zu Streitigkeiten. Auch diesmal begnügte sich der Münchner Herzog mit der Erklärung, die Entscheidung dem Reichsoberhaupt überlassen zu wollen; Heinrich dagegen bemächtigte sich rasch mit gewaffneter Hand fast des ganzen ingolstädtischen Antheils und Albrechts Protest änderte nichts mehr an der Sachlage. In seinen letzten Lebensjahren wurde A. in Zerwürfnisse mit seiner Landschaft verwickelt. Namentlich protestirten die niederbairischen Stände heftig gegen die ihnen angesonnene engere Verbindung mit dem bairischen Oberland, und der Herzog bewilligte diese und andere Forderungen, um nicht an der Ausschreibung von mancherlei Steuern durch ein ständisches Veto gehindert zu werden. Der Competenzstreit zwischen Regierung und Landschaft war noch nicht erledigt, als Herzog A. 29. Febr. 1460 starb. Er wurde im Kloster Andechs bestattet. Zeitgenössische Chronisten rühmen seine Milde und Leutseligkeit, tadeln aber seine Schwäche und Sinnlichkeit. Mittermüller, Albert III.; Mettener Programm vom J. 1866/67. 1869.

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